Der kaukasische Kreidekreis 2015

nach Bertolt Brecht


Das Theater "der Kreis" entführte die Zuschauer in eine Welt am Kaukasus, die vorab zwar in weiter Ferne schien, bei genauerem Betrachten aber ebenso gut in unserem Land hätte spielen können. Das Nachkriegsmärchen von Bertolt Brecht hat nichts von seiner Aussagekraft verloren, und ist heute aktueller den je. 
Erneut stehen Städte am Kaukasus in Flammen. Macht und Geld fordern ihren Tribut. Menschen auf der Flucht aus Sorge um ihr eigenes Leben. Vertrieben aus dem Land dass sie ihre Heimat nannten.  

Unverändert bleibt die Frage: Wem gehört das Land, die Heimat? Wer ist der wahre Besitzer? Der der es bewirtschaftet, sich drum kümmert, oder dem, der es schon von jeher besessen hat?

Christoph Brück hat mit seiner Inszenierung ins Schwarze getroffen. Auch Schulklassen aus der benachbarten Schweiz besuchten die Vorstellungen in Schlanders. 1996 erlangte er mit dieser Inszenierung  für das Tournee- Theater Landgraf  den Inthegapreis (1. Platz).

 


 

Über das Stück

Über das Stück (erzählt von Bertolt Brecht)

Durch einen Aufstand der Fürsten wurde einmal der Großfürst gestürzt und aus dem Lande gejagt. Alle seine Gouverneure fielen an diesem Ostersonntag und verloren ihr Leben, darunter der Gouverneur Georgi Abaschwili in der Stadt Nukha. Seine Frau packte ihre schönen Kleider zusammen, bis sie plötzlich sah, dass die Altstadt brannte, und sie mit dem Adjutanten davonlief. Ihr Kind Michel, den Erben, ließ sie zurück. Er lag im vierten Hof, und die Dienstboten fanden ihn, als sie aus dem Palast flohen. Sie wollten ihn ungern aufnehmen, denn die neuen Herren würden jeden umbringen, der mit ihm gesehen würde. So halsten sie ihn der Einfältigsten von ihnen auf, der Magd Grusche Vachnadze aus der Palastküche.

Sie machte sich auf den Weg in die nördlichen Gebirge, wo ihr Bruder in einen Bauerhof eingeheiratet hatte. Sie wanderte mehrere Tage lang. Das Kind war schwer zu schleppen und die Milch war teuer, und so beschloss sie, es in einem Bauernhof auszusetzen. Aber sie wurde von Panzerreitern überrascht, die hinter dem Kind her waren, und musste einen von ihnen sogar niederschlagen, mit einem Holzscheit, als er sich über das Kind bückte. Sie konnte also das Kind nicht loswerden, und an einem Gletscherbach im Hochgebirge nahm die Hilflose den Hilflosen an Kindesstatt…

Das Haus des Bruders lag in einem lieblichen Tal, aber die Bäuerin nahm Grusche nicht freundlich auf, und der Bruder war feige. Man brachte sie in der Geschirrkammer unter, die kalt war. Das Kind bezeichnete sie als ihr eigenes, sie habe es von einem Soldaten, der im Krieg sei. Im Frühjahr sagte ihr der Bruder, sie müsse nun vom Hof. Er habe ihr einen Mann verschafft, einen kleinen Bauern, der im Sterben liege. Durch die Heirat könne sie einen Unterschlupf für zwei Jahre bekommen und einen Stempel für Michel als Kind des Bauern.

Da die Grusche mit einem Soldaten verlobt war und ihn nicht vor den zwei Jahren aus dem Krieg zurückerwartete, nahm sie das Angebot Michels wegen an. Aber der Krieg war früher zu Ende, und da stellte es sich heraus, dass der Bauer sich nur krank gestellt hatte, um nicht in den Krieg ziehen zu müssen, und Grusche hatte auf einmal einen Ehemann, den sie nicht wollte. Und nach dem Krieg kam Simon Chachawa, ihr Verlobter, der Soldat, als sie beim Linnenwaschen war, und er musste erfahren, sie war verheiratet, mit Kind. Und wie konnte sie ihn einweihen, ohne Michel zu verraten, den Sohn des Geköpften?

Aber wie sollte der Soldat verstehen, wo alles verschwiegen wurde? Der Soldat ging weg im Zorn.

Und nach dem Krieg kam die Frau des geköpften Gouverneurs, Natella Abaschwili und fahndete nach ihrem Söhnchen Michel, dem Erben. Panzerreiter holten ihn. In Nukha kam es zum Prozess um das Kind. Der Richter zu dieser Zeit war der Armeleuterichter Azdak, der durch die Wirren auf den Richterstuhl gelangt war. Sicher war, dass er das Gesetzbuch nicht verstand, und so wurden seine Urteilssprüche oft gerecht.

 


 

Der Regisseur

 

Christoph Brück

Christoph Brück stammt aus Leipzig. Er war zuerst Dreher, dann Lehrer und absolvierte schließlich ein Studium der Theaterwissenschaft und Schauspielkunst. Nach 10 Jahren als Schauspieler begann er in Berlin Regie zu studieren und wurde beim Berliner Ensemble als Regisseur engagiert. Aus München erreichte ihn die Berufung zum Oberspielleiter am Volkstheater. Zuvor hatte ihn die „Kulisse” nach Brixen gerufen. Dort und in Bozen inszenierte Brück unter anderem Shakespeare, Brecht und Aristophanes und leitete diverse Fortbildungen. Von 2002 bis 2004 war er Schauspieldirektor am Thüringischen Landestheater. Viele seiner Inszenierungen wurden mehrfach ausgezeichnet. Darunter auch 1996 "der kaukasische Kreidekreis" für das Tourneetheater der Landgraf.

 

Regieassistenz Heidi Plagg

 

 

 

 

 

 

 


 

Die Besetzung

 

Der kaukasische Kreidekreis - Bertolt Brecht

 V.l.stehend: Karl (technischer Leiter - Kortsch), Christoph (Regisseur - München), Konrad (künstlerischer Leiter - Kortsch), Dagmar (Sulden), Petra (Latsch), Fabian (Mals), Ruth (Naturns), Marco (Mals), Philliph (Prad), Heidi (Regieassistenz - Mals), Rudi (Mals)
V.l.sitzend: Markus (Obmann - Goldrain), Christian (Staben), Ruth (Schluderns), Sepp (Mals), Irene (Kastelbell), Hans Peter (Kassier - Mals), Ernst (musikalische Leitung - Mals)


Die Rollen 

GAMPER MARKUS - Erzähler / Azdak
KOFLER RUTH - Grusche / Ludovica
PLAGG HANS PETER - Der fette Fürst / Lavrenti, Großbauer, Anwalt 
FLEISCHMANN KARL - Gouverneur, Milchbauer, Gast, Erpresser, Großbauer, Staubbedeckter Reiter
STECHER RUTH - Gouverneursfrau, Schmugglerin, Dorffrau, Tratschweib
PUNTER SEPP - Arzt, Koch, Schmuggler, Knecht, Bauer, Wirt, Großbauer, alter Ehemann
OBWEXER CHRISTIAN - Arzt, Bauer, Schauwa 
PRITZI MARCO - Adjutant, Schmuggler, Jussup, Panzerreiter
PIRCHER FABIAN - Simon, Mönch. Flüchtling, Knecht, Bandit Irakli
BERNHART IRENE- Kammerdienerin, Aniko, Füchsen, Anwalt, Tratschweib
SPRANKEL DAGMAR - Köchin, Bäuerin, Gast, Tratschweib
PEDROSS PETRA - Kinderfrau, Schmugglerin, Schwiegermutter, Mutter Grusiniens, alte Ehefrau 
PONTIERO PHILLIP - Panzerreiter, Bauer
HÖLBING RUDI - Panzerreiter (Gefreiter) Gast 


 

Mitwirkende

Die Stars hinter der Bühne

 

Regie: Christoph Brück
Regieassistenz: Heidi Plagg

Musikalische: Leitung: Ernst Thoma
Harmonika: Stefan Geier
Musikaufnahmen: Marco Diana

Kostüme: Renate Rechenmacher, Elisabeth Wielander
Volksbühne Latsch, Susi Lechthaler, Lore Stecher

Requisite: Veronika Fliri und Team
Masken: Katrin Westernhausen
Maske & Frisuren: Lara Notte, Anja Haller, Johanna Notte

Bühnenbild: Karl Fleischmann
Hinter der Bühne: Wieser Günther, Arnold Pirhofer, Karl Trafoier, Christian Telser, Karlheinz Seyfert, Walter Trafoier

Beleuchtung: Arnold Unterholzer, Meinrad Angerer, Paul Viertler, Christoph Fleischmann, Matthias Gemassmer

Ton: Jonas Tröger, Jürgen Tonezzer, Stefan Öggl 

Öffentlichkeitsarbeit: Romana Rettenbacher Leoni, Gamper Markus
Foto: Ernst Bayer
Grafik und Druck: Idea Werbetechnick | Druckerei Hauger-Fritz

Kartenvorverkauf: Nadja Senoner
Abendkasse: Susanne Kornexl
Finanzen: Hans Peter Plagg
Gesamtleitung & Organisation: Konrad Lechthaler

 


 

Sponsoren und Gönner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Stimmen aus dem Publikum

 

Ganz großes Kompliment, habe eine beeindruckende Lehrveranstaltung in epischem Theater erleben dürfen und bin mehrmals mit einer Gänsehaut überzogen worden. Eine tolle Ensembleleistung mit großartiger Grusche und und einem Azdak mit vielen überzeugenden Facetten. Danke Vinschgau aus dem Pustertal

Renate Martina Messner


Lieber Der Kreis - Theater im Vinschgau, eure Performance war lebendig, lustvoll und leicht. Die Inszenierung steckt voller Überraschungen, die zwischen genialen Brecht'schen Verfremdungstechniken und der einzigartigen Brück'schen Handschrift oszillieren. Eine Perle des Theaters und eine Aufwertung des ganzen Tals. Der kaukasische Kreidekreis ist ein absolutes MUSS für alle Theaterfreunde, die das Stück noch noch nicht gesehen haben. Die Fahrt von Wien und zurück hat sich ohne Zweifel gelohnt! DANKE und noch ein herzliches TOI TOI TOI für die restlichen Aufführungen

Martina Stocker

 
Unglaublich gute Inszenierung! Kompliment für euren Einsatz, es hat sich gelohnt, die weite Reise nach Schlanders anzutreten! Ein herzliches Dankeschön für den gelungenen Abend

 Eva Paone

 


 

 

Das sagt die Presse

Auszug aus der Dolomiten , Mittwoch 27.05.2015 - Nachbericht Premiere - Ferruccio Delle Cave

>> Hier die Pdf Version des Artikels  <<

 

Auszug aus dem "Vinschgerwind" zum geplanten Vorstellungsabend.

 

der kaukasische Kreidekreis im Vinschgau


 

Die Inszenierung in Bildern

Hier ein paar Eindrücke aus der Inszenierung der Kaukasische Kreidekreis 2015

 

 

 

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